26. Juni - Do
27. Juni - Fr
Beginn: 20:30
Dauer: ca. 150 Minuten (inkl. Pause)

Schauspiel: STIGMA

Schauspiel von Felix Mitterer
Regie: Marcus Strahl
Mit: Anna Sophie Krenn, Birgit Wolf, Raphael Cisar, Manuel Dragan, Martin Gesslbauer, Johannes Kaiser, Felix Kurmayer, Rudi Larsen und Alois Frank.

“Es geht um Eros, um echte- und Scheinheiligkeit, Liebe, Hingabe, Gier, Tod und Teufel - und ein Kasperle-Theater ist das Ganze stellenweise auch, weil manche Dinge über unser Fassungsvermögen gehen und nur im Lachen zu ertragen sind, auch wenn es einem im Hals stecken bleibt.” Felix Mitterer

Inhalt:
Moid, eine Dienstmagd, steht zwischen drei Männern: dem Großknecht, dem Bauernsohn und Jesus Christus. Gegen das aufdringliche Werben der beiden ersten wehrt sie sich standhaft.
Als sie eines Tages die Wundmale Christi empfängt, wirkt sie Wunder an Kranken und wird zu einer bestaunten Touristenattraktion.
Der Bauernsohn Ruepp erscheint eines Nachts mit einer Teufelsmaske, schlägt Moid bewusstlos und vergewaltigt sie. Die Magd gerät nun in die Mühlen von Wissenschaft, Kirche und Gesetz.
Moid, die sich keiner Schuld bewusst ist, glaubt einen Alptraum gehabt zu haben und wird von einem Professor der Medizin des Betrugs bezichtigt, als er eine Schwangerschaft feststellt.
Der ebenfalls anwesende Monsignore führt einen Exorzismus durch. Die ausgetriebenen Dämonen fahren jedoch in ihn über, stellen seine Verfehlungen bloß, geben den Namen des Vergewaltigers preis und provozieren Mord und Selbstmord.
Die Passion der Magd endet, als sie nach der Geburt ihres Kindes von der Exekutive als Aufhetzerin gegen Obrigkeit und Kirche inhaftiert werden soll.
Die Hauptfigur, Moid, ist Opfer und zugleich auch Kämpferin, eine Figur, wie es sie nicht nur in ferner Vergangenheit gegeben hat.

1982 fand in der Regie von Ruth Drexel die umstrittene Uraufführung von Stigma statt. Krista Posch spielte die stigmatisierte Dienstmagd Moid, deren rigorose Hingabe Staat und Kirche nicht dulden können. Keiner, der diese Aufführung sah, hat sie je vergessen. Nun, nach über 30 Jahren, zeigt die Schaubühne Wien dieses, vielleicht beeindruckendste Werk Mitterers, wieder.

Wenige Stunden, nachdem Hans Weigel im Wiener Jura-Soyfer-Theater “Stigma” gesehen hatte, schrieb er Felix Mitterer in einem Brief: “Sie sind für mich neben Dürrenmatt der wichtigste Gegenwartsdramatiker.” Kleine Zeitung 1987

Stigma - Foto: Rolf BockStigma - Foto: Rolf Bock

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