18. Juni - Sabasket
Beginn: 21:30
Dauer: ca. 110 Minuten (keine Pause)

Open-Air-Kino: MAIKÄFER FLIEG

Nach dem autobiografische Roman von Christine Nöstlinger: “Maikäfer, flieg! Mein Vater, das Kriegsende, Cohn und ich”.

Drama, Österreich 2016
Regie: Mirjam Unger
Mit: Zita Gaier, Ursula Strauss, Gerald Votava, Konstantin Khabensky, Krista Stadler, Heinz Marecek

Kurzinhalt

Das Kind am Ende eines langen Krieges.
Wien 1945: Das Ende des Zweiten Weltkriegs und die Zeit der russischen Besatzung, gesehen mit den Augen der neunjährigen Christine. Ausgebombt und mittellos kommt sie mit ihrer Familie in einer noblen Nazi-Villa in Neuwaldegg unter. Nach der Kapitulation der deutschen Soldaten quartieren sich die Russen im Haus ein. Alle fürchten sich vor den als unberechenbar geltenden russischen Soldaten. Nur Christine nicht. (Produktionsnotiz)
Regisseurin Mirjam Unger behält in ihrer Adaption des autobiografischen Romans “Maikäfer, flieg! Mein Vater, das Kriegsende, Cohn und ich” von Christine Nöstlinger sowohl die inhaltliche Struktur als auch die Perspektive der neunjährigen Christine bei. Derart kann auch sie permanent zwischen Tragik und Komik changieren, ohne dabei das eine oder andere zu forcieren. Christines Beobachtungen sind flink, humorig und in ihrer trotzigen Naivität sehr weitsichtig. So muss Krieg gewesen sein, so lapidar im Alltag, so stechend im Bauch, so lustig, weil man an einem Wundertag den Teller ablecken durfte, ohne geschimpft zu werden, falls es einmal doch etwas Gutes zu essen gab.

Synopsis

Christine Nöstlinger, eine der wichtigsten und einflussreichsten österreichischen Autorinnen, feiert im Oktober 2016 ihren 80. Geburtstag. Aus diesem Anlass und in großer Bewunderung und Wertschätzung ihrer Schreibkunst haben FilmemacherInnen von heute den zum Großteil autobiografischen Roman MAIKÄFER FLIEG von Christine Nöstlinger für die kommenden Generationen verfilmt.
“Es ist Krieg. Es ist schon lange Krieg. Ich kann mich überhaupt nicht mehr daran erinnern, dass einmal kein Krieg war.” Die Welt der neunjährigen Christl (Zita Gaier) besteht vor allem aus Trümmern, Staub und Nächten im Luftschutzbunker. Die Nachricht vom nahen Kriegsende bedeutet für sie und ihre Familie kaum Erleichterung, denn schon naht die nächste Bedrohung: Die Russen kommen. Frauen und Kinder sollen nach Möglichkeit raus aus Wien, heißt es. Die Großeltern (Krista Stadler, Heinz Marecek) bleiben in der halb zerbombten Wohnung in Hernals zurück, weil Oma nicht in einem Nazi-Haus Zuflucht suchen will.
Und so findet sich in einer Villa im Vorort Neuwaldegg ein kleines Häufchen gebeutelter, völlig mittelloser Überlebenswilliger: Christl, ihre Mutter (Ursula Strauss), ihre große Schwester (Paula Brunner), die ehemalige Herrin der Villa Frau von Braun (Bettina Mittendorfer), deren kleiner Sohn (Lino Gaier) – und auch Christls verwundeter Papa (Gerald Votava), der aus dem Lazarett desertiert ist, um nicht fernab von der Familie in ein deutsches Lazarett geschickt zu werden.
Christl ist ein neugieriges, kluges Kind, das sich kein X für ein U vormachen lässt. Sie erkundet die neue Umgebung mit großen Augen und wenig Angst – und blickt mit kindlicher Unschuld tief in menschliche Abgründe. Und als die gefürchteten Russen, mittlerweile Siegermacht, die Villa in Beschlag nehmen, findet Christl im Außenseiter Cohn (Konstantin Khabensky) sogar einen richtigen Freund. Ob er sie wohl in die Stadt zu ihren geliebten Großeltern bringen kann?
Es fällt heutzutage schwer, sich eine Kindheit im zertrümmerten Wien der 1940er-Jahre vorzustellen. Wie viel der Alltag einer Kinderseele damals zugemutet hat, wie viele Gefahren und wie wenig Verständnis es gab, aber auch wie viel unbeugsamen Willen für ein besseres, würdiges Leben und wie viel Sinn für Humor – davon handelt der autobiografische Roman “Maikäfer, flieg! Mein Vater, das Kriegsende, Cohn und ich” (1973) von Christine Nöstlinger. Filmemacherin Mirjam Unger bringt die ebenso berührende wie beinharte Vorlage authentisch und liebevoll auf die Leinwand: als spannend-humorvolle Geschichte einer Kindheit, als Porträt einer
Zeit des (buchstäblichen) Umbruchs – und nicht zuletzt als Hommage für eine der größten österreichischen Autorinnen.
(Gini Brenner)

“Die Wochen aus ‘Maikäfer flieg’, die Wochen im Sommer 1945, als alles in Schutt und Asche lag, waren die aufregendsten und spannendsten und vielleicht sogar schönsten Wochen meiner Kindheit”
Christine Nöstlinger

“Maikäfer flieg ist ein betörend fotografierter Film mit Rückgrat und einer klaren, gegenwärtig so dringlichen politischen Haltung, wie wir sie auch an früheren Arbeiten Mirjam Ungers schätzen. Ein Plädoyer für jene kindliche Widerborstigkeit, die den Nöstlinger-Charakteren ureigen ist.”
Peter Schernhuber & Sebastian Höglinger

Mirjam Unger (Regie & Drehbuch)

Geb. 9.8.1970 in Klosterneuburg
1993-2001 Studium der Filmregie an der Universität für Musik und darstellende Kunst, Filmakademie Wien, bei Prof. Axel Corti, Prof. Wolfgang Glück.
Prämierte Kurzfilme bei internationalen Festivals (Nachricht von H., Speak Easy, Mehr oder weniger…)
Seit 2000: Freie Regisseurin und Autorin für Kino
1995-2011 Moderation Radio FM4
1991-1998: Gestaltung, Moderation für ORF TV, X Large, X Large Nightline, Nitebox und ORF Kultur.
Auch als Sprecherin, Livemoderatorin und Fotografin tätig.
Schule: Lycee Francais de Vienne
Sprachen: deutsch, französisch, englisch, portugiesisch

Christine Nöstlinger

1936 in Wien geboren, stammt aus einer Arbeiterfamilie. Nach der Matura wollte sie Malerin werden, studierte dann aber Gebrauchsgrafik an der Akademie für Angewandte Kunst. Christine Nöstlinger hat zwei Töchter und lebt als freie Schriftstellerin abwechselnd in Wien und im Waldviertel.
“Die feuerrote Friederike” war ihr erstes Buch und wurde 1970 veröffentlicht. Zahlreiche Bilder- und Kinderbücher folgten. Heute gehört sie zu den bekanntesten und anerkanntesten Kinder- und Jugendbuchautorinnen.
Christine Nöstlinger erhielt für ihr Werk zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen und Preise.

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