17. Juni - Sabasket
Beginn: 20:30
Dauer: ca. 90 Minuten + Zugaben (keine Pause)

Konzert: LIA PALE & MATHIAS RÜEGG feat. big.mdw.band

Programm: Only the girls

Konzert für Jazz-, Pop- und Klassikfans mit
  • Lia Pale (Gesang, Flöte und Perkussion),
  • mathias rüegg (Klavier, Kompositionen, Arrangements)
  • sowie der Big Band der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien
Die Welser Musikerin und Sängerin Lia Pale und der Schweizer Komponist, Arrangeur und Pianist mathias rüegg, präsentieren in ihrem fünften Jahr ihr fünftes Programm mit einer Uraufführung in Meggenhofen. Mit dabei die Big Band der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, die big.mdw.band, die sich übrigens 2016/17 unter der Leitung von Markus Geiselhart, dem Schaffen rüegg’s, sprich seinen Arrangements, die er für’s Vienna Art Orchestra geschrieben hat, widmet. Jedenfalls hat rüegg zum ersten Mal seit 2006 wieder Big Band Arrangements geschrieben, die sich allesamt um Pale’s unvergleichliche Stimme ranken. So wurden für das Vienna Art Orchestra komponierte Instrumentalnummern zu Songs umgearbeitet und von Pale mit eigenen Texten versehen.

Weiters werden Stücke aus den Programmen „A Winters Journey“ also Schuberts Winterreise sowie „My Poet’s Love“ in einem neuen Gewand präsentiert. Dargeboten von einer jungen, ambitionierten Big Band, mathias rüegg am Klavier sowie der unvergleichlichen Sängerin, Flötistin und Perkussionistin Lia Pale. Die nebenbei auch noch dirigieren wird!

lia_pale_toocoldtostandstill_kidizin_sane_w Foto: Kidizin Sane

lia_pale_0C7V9458-2_pavel_karnowsky_w Foto: Pawel Karnowski

Lia Pale, die oberösterreichische Sängerin aus Wels/Oberösterreich, wird 2012 von mathias rüegg, dem ehemaligen Gründer und Leiter des Vienna Art Orchestra, in einer seiner Vorlesungen an der Wiener Musikhochschule - dank ihrer kräftigen Mithilfe entdeckt. Lia Pale, die am Adalbert-Stifter-Gymnasium in Linz maturiert hat, genießt bereits in ihrer frühen Jugend klassischen Ballett-und Klavierunterricht und erlernt das Flötenspiel in der städtischen Eisenbahner Musikkapelle Wels. Neben ihrer Liebe zu Literatur und zu Filmen entwickelt sich der Gesang jeglicher Art zu ihrer großen Leidenschaft. Nach ihrem Umzug nach Wien erfolgt mit eigenem Trio ein kurzer Ausflug in die Electropopszene. Daneben beginnt Lia ein Gesangsstudium an der Musikhochschule, das sie ein Jahr in Göteborg/Schweden weiterführt und dort vor allem Billie Holiday und Chet Baker, sprich den Jazz für sich entdeckt. Im Februar 2013 debütiert sie im Porgy & Bess mit einer englischen Fassung der Winterreise „Gone Too Far“ von mathias rüegg arrangiert, die gleichzeitig bei Universal erscheint und sogleich internationale Beachtung findet. Im Februar 2015 erscheint ihr zweites Album, „My Poet’s Love“ mit rüeggs Vertonungen von Rilke und Heine Texten, einer eigenen Dichterliebe ganz im Sinne Robert Schumanns. Und nun wagen die beiden Grenzgänger Lia Pale und mathias rüegg ihren dritten gemeinsamen Schritt: The Schumann Songbook, die Auseinandersetzung mit Robert Schumanns romantischen Liedern. Im Gegensatz zu den Bearbeitungen des Liederzyklus der Winterreise, kommen hier in jeder Bearbeitung auch Teile der jeweiligen Originalversionen jedes Mal anders mit den englischsprachigen Bearbeitungen verwoben, vor. Ein musikalisches Kaleidoskop, das die romantische Welt von Schumann in ein neues, unerwartetes Licht rückt. Lia Pale und mathias rüegg haben dabei aus den über 300 Liedern ihre ganz persönliche Liedauswahl getroffen.

Mit ihrer unverwechselbar einnehmenden, charismatischen Art – irgendwo zwischen Jazz, Klassik und Pop – bezaubert sie das Publikum jedes Mal von neuem und entführt es in eine Welt voll poetischer Fantasie. Insider schätzen ihre außergewöhnlichen Phrasierung und ihr perfektes Timing. Dass sich Lia Pale sowohl musikalisch wie auch im Erscheinungsbild jeglichem Zeitgeist entzieht, macht sie zu einer unverwechselbaren, zeitlosen Live-Künstlerin in der Tradition großer Interpretinnen.

mathias rüegg
mathias rüegg wurde 1952 in Zürich geboren. Er machte seinen Abschluss als Primarschullehrer und unterrichtete zunächst an verschiedenen Sonderschulen. Von 1973 bis 1975 studierte er in Graz klassische Komposition & Jazzklavier und übersiedelte 1976 nach Wien, wo er freiberuflich als Pianist arbeitete.

Der Soloarbeit müde geworden, gründete er 1977 das Vienna Art Orchestra, für das er bis heute fast alle Programme schrieb: insgesamt an die 600 Kompositionen und Arrangements. Von 1983 bis 1987 leitete er zusätzlich den Vienna Art Choir. In den Jahren 1984 bis 1986 wurde er vom amerikanischen Fachmagazin Downbeat zum Arrangeur Nummer eins gewählt.

Während seiner Arbeit mit dem Vienna Art Orchestra brachte er sich Management und Organisation selbst bei. Er schrieb u. a. Auftragskompositionen für Jazzformationen wie die NDR Big-Band, SDR Big-Band, UMO Big-Band Helsinki, die Swedish Radio Jazz Group & die RTV Big Band Slovenia. Klassische Aufträge u. a. für die Wiener Symphoniker, Basler Sinfonietta, Ensemble Kontrapunkte, Die Reihe, Deutsche Kammerphilharmonie, Orchestre de la Normandie Basse, Opus Novum & L’orchestra della Svizzera Italiana. Als Leiter internationaler Workshops fungierte er u. a. in Wien, Köln, Hannover, Berlin, Bern & Trento.

Er komponierte Film- und Theatermusiken im Rahmen seiner Zusammenarbeit mit George Tabori und dem Wiener Serapionstheater. Spezielle Projekte zwischen Musik und Literatur verbanden ihn 1983 bis 1990 mit dem Wiener Lyriker Ernst Jandl. Zu den von ihm künstlerisch geleiteten Festivals gehören: The U & E-Third Dream Festival, Jandl Total, Vienna meets Paris, Vienna meets London - und das Festival Alpentöne in Altdorf (CH). Er konzipierte auch mehrere Multimedia-Projekte, darunter Der achte Tag (Wiener Festwochen 1980), Jonny tritt ab (Donaueschingen 1981), SENS (Wiener Festwochen 1987), Fe & Males (1989) und La belle et la bête (1992). Im Auftrag der BBC produzierte er für das Mozartjahr 1991 den Musikfilm Mozart’s Balls. Er ist Gründer des Wiener Jazzclubs Porgy & Bess (und ebenfalls dessen Leiter, bevor er den Club 1996 an Christoph Huber übergab) und Initiator des Hans Koller Preises (österreichischer Jazzpreis), des European Jazz Prize und des Staatspreises für improvisierte Musik. Der Hans Koller Preis wurde übrigens 2010 gemeinsam von Andreas Mailath-Pokorny (Stadt Wien) und Hildegard Siess (Bund) abgewürgt!!

Seit 1994 widmet sich mathias rüegg zunehmend der Komposition von Kammermusik. So schrieb er für Corin Curschellas, Michel Portal, Wolfgang Puschnig, Matthieu Michel & Wolfgang Muthspiel Solokonzerte mit Kammerorchester sowie Kompositionen für unterschiedliche klassische Besetzungen. Während 2003 war er zusammen mit Bill Frisell musikalischer Leiter des Festivals „Century of Song“ im Rahmen der RuhrTriennale. 2005/2006 schreibt er die Trilogie „3“ (American Dreams, European Visionaries, Visionaries & Dreams), die vom VAO anlässlich des 30jährigen Jubiläums des VAO 2007 in 15 Ländern gespielt wird. 2008 löst er die Big-Band auf und wandelt sie in ein Kammermusiker mit Jazzsolisten um. Die neue Besetzung mit dem Programm „Third Dream“ hatte ihre Premiere im Mai 2009. Im selben Jahr wurde auch sein „Klavierkonzert No1.“ im Wiener Konzerthaus uraufgeführt. Am 9. Juli 2010 löste er das VAO nach seinem letzten Konzert in Viktring/Klagenfurt, wo sechs von rüegg arrangierte Mahlerlieder präsentiert wurden, wegen finanzieller Schwierigkeiten auf. Danach komponierte er vor allem Kammermusik, die beim Wiener Musikverlag Doblinger herausgegeben wird. Von 2010 bis 2010 unterrichtete er am IPOP (Universität für Musik & darstellende Kunst) in Wien Arrangement und Ensemble.

2011 schrieb der für den New Yorker „Big Apple Circu“ die gesamte Musik zu Dream Big, die er auch an Ort und Stelle, also im Zirkus einstudierte. Daneben wurde rüegg von verschiedenen Big Bands für Workshops eingeladen, u. a. vom Konservatorium Wien (2010), vom Generations in Frauenfeld, bei dem es im Herbst 2012 zu einer Reunion der 80er-Besetzung des Vienna Art Orchestra kam, oder vom HGM Jazzorckestar Zagreb (2013).

Seit 2012 arbeitet er intensiv mit der Sängerin Lia Pale zusammen, mit der er am 14.02.2013 in Wien im Porgy & Bess bei der Premiere von „Gone Too Far“ (Universal) mit elf Liedern von Schuberts Winterreise als Pianist/Arrangeur sein Comeback feierte. 2015 folgte das nächste Album „My Poet’s Love“ (ebenfalls Universal) mit Vertonungen von Rilke- und Heinetexten. Im selben Jahr arrangiert er für das Orchester von J.C. Cholet und Alban Darche La Rhapsodie Nègre, eine Suite von Francis Poulenc sowie einige kammermusikalische Stücke in Anlehnung an seine Ästhetik. 2016 ist rüegg für folgende Preise nominiert: den Schweizer Musikpreis, den kanadischen Prix Opus mit dem Orchestre National de Jazz de Montreal in der Kategorie Concert de l’année/Kategorie Jazz et musiques du monde sowie in Österreich mit Lia Pale für den Amadeus.

portraits-mathias_rueegg_andreas-bitesnich_w Foto: Andreas Bitesnich

Auszeichnungen (Auswahl):
1984-86 Arranger No1 (Down Beat)
1993 Prix Bobby Jaspar (Académie francaise du Jazz)
1999 Grosser Preis der SUISA
2001 Österreichischer Würdigungspreis für Musik
2009 Musikpreis der Stadt Wien

Das Vienna Art Orchestra (VAO) war ein österreichisches Orchester des Modern Creative. Es wurde im Jahr 1977 von Mathias Rüegg, Wolfgang Puschnig und Woody Schabata in Wien gegründet. Bis zu seiner Auflösung im Jahr 2010 entwickelte es sich unter der Leitung von Mathias Rüegg mit über 800 Konzerten in 50 Ländern und mehr als 35 Tonträgern zu einem der innovativsten und erfolgreichsten Ensembles der jüngeren Jazzgeschichte. Wikipedia

big.mdw.band – Die Big Band der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien

reeds: Yvonne Moriel, Isabella Lingg, Johannes Weichinger, Christian Kettner, David Gruber
trumpets: Manuel Prinz, Reinhold Gansch, Michael Mayer, Andreas Marschall
trombones: Christoph Lachberger, Ferdinand Silberg, Nikolaus Singhania
tuba: Tobias Golder
guitar: Manuel Schuster
bass: Lukas Popp
drums: Michael Blaßnig
conductor: Markus Geiselhart

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Foto: mdw

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