21. Juni – Sa
Beginn: 20:30
Dauer: ca. 90 Minuten (inkl. Pause)

Konzert: Kammermusikabend

Konzert mit dem “Lyra-Streichquartett 2014″:
Sebastian Bohren, Violine
Simon Wiener, Violine
Tobias Reifland, Viola
Christoph Croisé, Violoncello

Programm

Joseph Haydn, Streichquartett in C-Dur op.76 Nr.3 “Kaiserquartett”
I Allegro
II Poco Adagio – Var. I – IV
III Menuetto
IV Finale – Presto

Simon Wiener, Streichquartett in einem Satz, “Volkslied”

Pause

Franz Schubert, Quartettsatz in c-moll D103
Grave – Allegro

Leoš Janáček, Streichquartett Nr.1 „Kreutzersonate“
I Adagio con moto
II Con moto
III Con moto – Adagio – Vivace – Tempo I
IV Con moto

Joseph Haydn
Joseph Haydn, der “Vater des Streichquartetts”, hat mit insgesamt 83 Werken maßgeblich zur Entwicklung dieser Gattung beigetragen. Mit dem “Kaiserquartett” erklingt ein eindrückliches Beispiel seiner kompositorischen Reife in späten Jahren.
Im ersten Satz verarbeitet Haydn meisterhaft eine bemerkenswerte Vielfalt von Motiven, eine fast verwirrende Vielseitigkeit, die er im Schlusssatz mit bestechender Ökonomie brillant beantwortet. Das schlichte Menuett hat die Funktion, die Spannung des gewichtigen 2. Satzes aufzufangen. Dieser ist als Variationssatz über das Thema “Gott erhalte Franz, den Kaiser”, konzipiert, welches er 1797 für sein Land komponierte (inspiriert durch seinen Aufenthalt in London, wo er “God save the King” kennengelernt hatte).

Simon Wiener
…über sein Streichquartett: “Das Streichquartett beginnt mit einem mehrfach wiederholten, einfachen Motiv, welches sich dann zu verändern beginnt und in eine einfache, gesangliche Melodie übergeht, die dann durch sämtliche Stimmen wandert. Diese Melodie könnte einem etwas exotischen Volkslied entstammen, wird aber durch eine Pizzicato-Begleitung konterkariert, die viel zu dissonant für jedes Volkslied ist. Von diesem Punkt entspinnt sich ein intensives und sehr emotionales Quartett. Geschrieben im Jahr 2010, gewann es im Sommer 2011 einen 1. Preis mit Auszeichnung am Finale des Schweizerischen Jugendmusikwettbewerbs und wurde für weitere darauf folgende Auftritte nochmals überarbeitet.”

Franz Schubert
Schuberts Quartettsatz in C-Moll, D 103, ist dem breiten Publikum eher unbekannt. Franz Schubert hat ihn nie vollendet, da er sich bei seiner Komposition 1814 in der Reprise harmonisch in eine Sackgasse verrannt hatte. So blieb das Stück ein Fragment, da Schubert die Angewohnheit hatte, Stücke schnell zugunsten neuer Ideen beiseite zu legen, wenn Probleme auftauchten. 1939 vervollständigte Alfred Orel die Komposition, indem er die Reprise vervollständigte.

Leoš Janáček
Die Musiksprache Leoš Janáčeks ist einzigartig und unverwechselbar. Oftmals liegen seinen Kompositionen autobiographische Themen zugrunde, so auch in seinem ersten Streichquartett, der “Kreutzersonate”. Er bezieht sich auf die gleichnamige Novelle von Leo Tolstoi, die sich mit dem Thema Ehebruch auseinandersetzt. Wie in einem Rausch vollendete das Werk binnen einer Woche! “Note für Note” sei ihm “glühend in die Feder gefallen” berichtet Janáček über den Arbeitsprozess. Aus einem kleinen Leitmotiv entwickelt Janáček das Material für das gesamte Werk, das sich im Verlauf der vier Sätze zu einer ungeheuren Intensität steigert! Ein Meisterwerk der Kammermuikliteratur.

Das “Lyra-Streichquartett 2014″

Sebastian Bohren, Violine
Der 26-jährige Schweizer Sebastian Bohren ist ein vielseitiger Violinist. Ausgebildet an den Musikhochschulen in Zürich und Luzern zählten Zakhar Bron, Robert Zimansky und Igor Karsko zu seinen Lehrern. Regelmäßig besucht er Meisterkurse von Ana Chumachenco und Ingolf Turban. Wichtige Impulse durch Begegnungen mit Giuliano Carmignola, Shmuel Ashkenasi, Thomas Brandis und Dmitry Sitkovetsky.
Sebastian ist Preisträger zahlreicher Wettbewerbe und Förderpreise. Als Solist gastiert er unter anderem in der Zürcher Tonhalle, dem Wiener Konzerthaus, der Münchner Residenz, dem KKL Luzern, dem National Center for Performing Arts Beijing, mit Orchestern wie dem Zürcher Kammerorchester, Luzerner Sinfonieorchester, Bayerische Philharmonie, Lucerne Chamber Orchestra, Shanghai Philharmonic Orchestra, Chamber Aartists, Camerata Zürich und vielen anderen.
Sebastian Bohren ist seit 2013 Mitglied im Stradivari Quartett. Mit dem London Steve Reich Ensemble hat er 2011 bei einer CD-Aufnahme für EMI mitgewirkt.
Er spielt auf einer Violine von Antonio Stradivari, freundlicherweise zur Verfügung gestellt durch die Stiftung Habisreutinger.
www.sebastianbohren.com

Simon Wiener, Violine
Simon Wiener (1994, Schweiz) begann als Fünfjähriger mit dem Violinspiel. Lange Jahre durch Jens Lohmann gefördert, studiert er heute an der Musikhochschule in Zürich bei Prof. Zakhar Bron. Zahlreiche Meisterkurse bei Persönlichkeiten wie Ana Chumachenco, Ingolf Turban oder Pavel Vernikov bereichern seine Ausbildung.
Simon ist Preisträger zahlreicher nationaler und internationaler Wettbewerbe und Förderpreise, unter anderem erhielt er 2008 den Förderpreis beim Klassik Preis Österreich und den 1. Preis mit Auszeichnung beim Schweizer Jugendmusikwettbewerb 2010 in den Kategorien Komposition und Violine. 2012 gewann er erneut in beiden Kategorien einen 1. Preis mit Auszeichnung. Im selben Jahr gewann er den 3. Preis beim Internationalen Wieniawski-Lipinski-Wettbewerb in Lublin, Polen. 2014 gewann er den 3.Preis am Musikwettbewerb des Rahn Kulturfonds in Zürich.
Simon Wiener konnte sein Talent bereits in zahlreichen Konzerten in ganz Europa entfalten. Unter anderem trat er mit dem St.Petersburg Hermitage Orchester, der Jungen Münchner Philharmonie, dem Kammerorchester Pforzheim und vielen anderen als Solist auf.

Tobias Reifland, Viola
1994 in Stuttgart geboren, erhielt Tobias Reifland seinen ersten Viola-Unterricht im Alter von 7 Jahren. Bereits mit 13 Jahren kam er als Vorstudent an die Musikhochschule Stuttgart bei Prof. Andra Darzins. Seinen Bachelor begann er 2011 an der Musikhochschule Trossingen bei Prof. James Creitz. Weitere Studien führten ihn zu Prof. Bruno Giuranna an die Walter-Stauffer-Akademie in Cremona (Italien). Seit dem Herbstsemester 2013 setzt er sein Bachelor-Studium im Rahmen eines Erasmus-Stipendiums an der Zürcher Hochschule der Künste bei Prof. Lawrence Power fort. Tobias gewann mehrere nationale und internationale Wettbewerbe. Zuletzt war er Preisträger beim Internationalen Viola-Wettbewerb 2011 in Bled (Slowenien) und Semi-Finalist Johansen International Competition for Young String Players 2012 in Washington, DC (Amerika). Zahlreiche Meisterkurse u.a. bei Musikern wie Maxim Rysanov, Barbara Westphal, Emile Cantor, Diemut Poppen, Avri Levitan und Ettore Causa erweiterten seine musikalische Ausbildung. Er folgte vielen Einladungen zu bekannten Festivals, letztes Jahr nahm er am Aurora Festival in Schweden und der Menuhin String Academy 2013 in Gstaad teil. Als Mitglied in renommierten Jugendorchestern, wie dem Bundesjugendorchester Deutschland oder dem World Youth Chamber Orchestra, konzertierte er auch schon unter namhaften Dirigenten im In- und Ausland. Tobias spielt auf einem wundervollen Instrument mit Faksimile „Nicolaus Amatus fecit in Cremona 1664“ aus London, ca. 1720.

Christoph Croisé , Violoncello
Christoph Croisé (1993, Schweiz) erhielt seinen ersten Cellounterricht im Alter von sieben Jahren. Seit 2007 wird er von Alexander Neustroev, Solocellist im Tonhalle Orchester Zürich, unterrichtet. Er nahm an Meisterkursen bei David Geringas, Frans Helmerson, Thomas Demenga, Michael Sanderling,
Wen-Sinn Yang, Martin Löhr, Yvan Chiffoleau und Walter Grimmer teil.
Christoph gewann zahlreiche internationale Wettbewerbe, unter anderem den 14. Wettbewerb für junge Musiker in Belgrad sowie den IBLA Grand Prize in Sizilien. Daraufhin wurde er auf verschiedene Konzerttourneen eingeladen (u.a. „Stars of Tommorrow“ 2010). 2011 gab er sein Debüt in der Carnegie Hall in New York, 2012 spielte er ebenda Tschaikowkis Rokoko-Variationen, begleitet vom Musical Olympus Festival Orchestra.
Als Solist trat er außerdem mit dem Staatlichen Sinfonieorchester Baku/Azerbaijan, dem Skyline Symphony Orchester Frankfurt, der Camerata Zürich, der Südwestdeutschen Philharmonie Konstanz, dem Symphonieorchester der Staatskapelle St. Petersburg/Russland und dem Philharmonischen Orchester Budejovice auf, u.a. unter der Leitung von M.Sanderling, L. Gendre, A.Guliyev, A. Ardal und D. Botinis.
www.christophcroise.com

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