22. Juni - Mi
Beginn: 20:30
Spieldauer: 75 Minuten (ohne Pause gespielt)

Musik-Theaterstück: Herzfleisch

Herzfleisch - Eine Collage über die Brüder Schrammel
von René Freund

Ein Pflichttermin für alle, die mehr über den Ursprung der “Schrammelmusik” wissen wollen!

Besetzung: Gisela Salcher, Hakon Hirzenberger, Daniel Keberle, Johannes Zeiler
Musik: Neue Wiener Concert Schrammeln
Regie/Produktion: Zeno Stanek
Bühnenbild: Andreas Mathes
Lichtdesign: Sabine Wiesenbauer
Kostüme: Anna Katharina Jaritz

In “Herzfleisch” wird das Leben der berühmten Brüder Schrammel erzählt. Die Lebensumstände, die Bildung des Quartetts, der erfolgreiche Aufstieg, die Beziehung zum Herrscherhaus und Kronprinz Rudolf bis zum Zerfall und Tod. Die Darsteller werden vom Schrammelquartett Neue Wiener Concert Schrammel musikalisch gedoubelt.

Schrammelmusik oder Die Schrammeln
Was versteht man heute darunter?
Die häufigste Antwort darauf wäre sicherlich: Musikanten, die bei einem Wiener Heurigen von Tisch zu Tisch gehen und dort mit Hilfe der Darbietung von Wunschmelodien die Gäste unterhalten.

Doch hätten vor rund 120 Jahren die Brüder Schrammel auf diese Weise in ihrer nur siebenjährigen Wirkungszeit zu einer derartigen Berühmtheit gelangen können, dass sie zu Namensgebern typischer Österreichischer Volksmusik wurden und von Zeitgenossen wie Brahms oder Strauß überaus hoch geschätzt wurden?

Die Brüder Schrammel, Johann (1850 - 1893) und Josef (1852 - 1895), wuchsen in der regen Volksmusikszene des damaligen Wiener Vergnügungsortes Neulerchenfeld auf. Ihre Eltern waren beide hauptberuflich Volksmusikanten. Sehr früh erkannte der Vater Kaspar Schrammel die hohe musikalische Begabung seiner beiden Söhne und schickte sie trotz finanzieller Entbehrungen - und was für einen damaligen Volksmusiker eine Ungeheuerlichkeit war - aufs Wiener Konservatorium. Sie erhielten beide Violinunterricht und spielten anschließend in Wiener Salon- und Theaterorchestern und als Volksmusiker in Gaststätten und Heurigenlokalen. 1878/79 gründeten sie mit dem damals besten Gitarristen Anton Strohmayer ein Terzett. Zunächst hießen sie “D’Nussdorfer”, da sie hauptsächlich in dem berühmten Weinort Nussdorf auftraten. Durch die Kombination von perfekter Spieltechnik mit im Volkstümlichen wurzelnder Musikalität hatten sie außerordentlich großen Erfolg. 1884 wird das Terzett mit dem damals unbestrittenen Meister des “picksüßen Hölzls”, wie die kleine G-Klarinette liebevoll genannt wurde, Georg Dänzer zum Quartett. Neben den Heurigenauftritten gaben die “Schrammeln” aber auch rein konzertante Darbietungen und spielten auf fast allen wichtigen Bällen in Wien.

Unter den damaligen Fans waren Fürstin Esterhazy, Erzherzog Johann, Kronprinz Rudolf und Kaiser Franz Joseph I. Ebenso wurden sie von zeitgenössischen Komponisten wie Johann Strauß und Johannes Brahms nicht nur gehört und bewundert, sondern auch anerkannt.

Das Werk der Brüder Schrammel, von dem die Kompositionen Johanns einen Großteil einnehmen, umfasst mehr als 250 Werke; Märsche, alle Arten von Polkas, Walzer, Tänze, Lieder und Couplets.
Die “Schrammeln” bildeten am Ausgang des 19. Jhd. den Höhepunkt der volkstümlichen Wiener Musik. Ihre besondere Begabung und meisterhafte Spieltechnik erhoben sie über alle anderen Ensembles der Stadt. Ihre nur siebenjährige Schaffensperiode reichte aus, um den Namen Schrammel zum Begriff einer eigenen Kategorie der volkstümlichen Musik Wiens werden zu lassen. Mit dem Tod der Brüder 1893 und 1895 geriet die besondere Klangfarbe des Quartetts in Vergessenheit. Erst siebzig Jahre danach, 1964, wurden die Autographe wieder entdeckt und sind bis heute kaum aufgearbeitet.

René Freund
Als Autor zahlreicher Theaterstücke, Hörspiele und Filmdrehbüchern sowie Prosawerken erhielt er mehrere Auszeichnungen. Unter anderem den Talentförderungspreis des Landes OÖ für Literatur und das Dramatikerstipendium der Republik Österreich.
René Freund lebt und arbeitet in Grünau im Almtal.

Passend zur Geschichte und den Schrammeln werden Sie von unserer Gastronomin Karin Meindlhumer mit “Wein aus Wien” verwöhnt.

Webseite vom Theater Brauhaus

Herzfleisch Herzfleisch Fotografin: Martina Nowak

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