8. Juli - Frbasket
Beginn: 20:30
Dauer: ca. 130 Minuten (inkl. Pause)

Schauspiel: DER TOLLSTE TAG

Schauspiel in 3 Akten, von Peter Turrini frei nach Caron de Beaumarchais “Der tolle Tag oder Figaros Hochzeit”.
Gastspiel Hoftheater Bergkirchen.

Mitwirkende:
Figaro - Guido Drell
Susanne - Lisa Wittemer
Graf Almaviva - Ansgar Wilk
Gräfin Almaviva - Christina Schäfer
Bazillus, Intrigant des Grafen - Verena Konietschke
Bartholo, ein Schlossbewohner - Jürgen Füser
Marcelline, eine Schlossbewohnerin - Anna Katharina Fleck
Cherubin, ein Diener - Tobias Zeitz
Antonio, ein betrunkener Diener - Herbert Müller
Don Guzman di Stibizia, ein kurrupter Richter - Herbert Müller

Inszenierung - Herbert Müller
Ausstattung - Ulrike Beckers

Inhalt

Ort der Handlung: Sevilla
Zeit der Handlung: Kurz vor der französischen Revolution

Graf Almaviva hat es auf die Zofe Susanna abgesehen. Die will den Diener Figaro heiraten, doch der Graf hintertreibt mit Hilfe seines Handlangers Bazillus die Hochzeitspläne und will auf sein adeliges “Recht der ersten Nacht” mit Susanna bestehen.
Und noch jemand steht dem Glück im Weg: Die reife Marcelline. Sie möchte Figaro für sich und hetzt ihm wegen eines angeblichen Eheversprechens ihren Anwalt Dr. Bartholo auf den Hals. Figaro setzt den Angriffen und Intrigen mit Hilfe der Gräfin und des Pagen Cherubino eigene List entgegen. Ein Kleidertausch soll den liebeshungrigen Grafen beim nächtlichen Rendezvous mit seiner eigenen vernachlässigten Gattin zusammenführen. Doch das Täuschungsspiel bringt keine Wende. Witz und Charme des pfiffigen Dieners scheinen am Ende. Mit einem korrupten Gerichtsverfahren wächst der Druck auf Susanna und Figaro und treibt das Stück einem dramatischen Finale entgegen.

“Natürlich wollte ich dem Meister Beaumarchais nicht am hochberühmten Zeug flicken. Ich habe seinen Stoff genommen, um damit etwas auszuprobieren: das Verhältnis von Witz und Macht. Oder: von Sprache und Tatsachen… Bei Beaumarchais besiegt der Witz die Gewalt, Figaro den Grafen. Die Möglichkeiten der Sprache sind größer als die der Macht. Ich verstehe das als ein Kriterium der Komödie, gemessen an den damaligen gesellschaftlichen Verhältnissen halte ich es für eine Illusion. Denn die Gewalt und die Macht erlauben den Witz der Machtlosen nur so lange, als ihre Interessen davon nicht bedroht werden. Geschieht dies aber, so dreht sich der Mechanismus um: Die Verhältnisse sind stärker als die Sprache. Wenn die Gewalt die Tatsachen schafft, ist der Witz keine Waffe mehr. Die Verhältnisse sind stärker als die Sprache, die Gewalt ist stärker als der Witz. Das ist das Thema meines Stückes.
Ob sich unter dieser Bedingung die Komödie aufrechterhalten lässt? Warum nicht? Ich hoffe nur, die Leute merken, worüber sie eigentlich lachen.”
Peter Turrini zu seinem Stück

Der Autor

Peter Turrini, geb. 1944 in St. Margarethen in Kärnten, aufgewachsen in Maria Saal, seit 1971 freier Schriftsteller, seine Werke wurden in viele Sprachen übersetzt und werden weltweit gespielt. Peter Turrini zählt seit den frühen siebziger Jahren zu den bekanntesten und meistgespielten deutschsprachigen Bühnenautoren seiner Generation. Seit seinen Anfängen als Dramatiker begleitet er das Image eines Skandalautors, der kein bühnenwirksames Mittel auslässt, um Publikum und Kritiker zu schockieren. Seine Sprache lässt zumeist an Direktheit nichts zu wünschen übrig und erregt häufig die Gemüter. Er scheut sich aber auch nicht, sentimental und pathetisch zu sein, wenn er es dramaturgisch bzw. stimmungsmäßig für gerechtfertigt hält.
Bekannt wurde der Sohn eines italienischen Tischlers 1971 durch den Skandalerfolg von “Rozznjagd”. Nach der Volksstück-Parodie “Sauschlachten” und dem Kurzdrama “Kindsmord” modernisierte er zwei Lustspielklassiker: “Der tollste Tag” (1972) und “Die Wirtin” nach Goldoni, die beide großen Beifall fanden. Als politisch engagierter Autor nimmt Turrini immer wieder öffentlich zu gesellschaftlichen und politischen Ereignissen in Österreich Stellung.

“Die Theaterbesucher lieben die historischen Stücke, sie lieben sie so sehr, dass sie gar nicht mehr bemerken, was in diesen Stücken steckt. Ich wollte ihnen diese schmackhafte Theatersuppe versalzen, aber erst gegen Ende des Stückes, vorher sollten sie ganz auf ihren Fressgenuss kommen. Und außerdem: nach zwei Dialektstücken wollte ich mich aus der Gefahrenzone begeben, als Dialektdichter abgestempelt zu werden. Und noch etwas fällt mir ein: Ich trage ja das Erbe meines Vaters in mir, ich liebe ja die commedia dell’arte. Das ganze deutsche Denktheater kann mir gestohlen werden für einen guten Theaterwitz.”
Peter Turrini, 1998

Der tollste Tag Foto Herbert Müller copy

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